Kunst als Beziehung - Literatur | Malerei | Musik

Damit kein Licht uns liebe

Sie kamen
mit scharfen Fahnen und Pistolen
schossen alle Sterne und den Mond ab
damit kein Licht uns bliebe
damit kein Licht uns liebe

Da begruben wir die Sonne
Es war eine unendliche Sonnenfinsternis


Rose Ausländer
Geboren 1901 in Czernowitz/ heutige Ukraine, verstorben 1988 in Düsseldorf

Rose Ausländer, Damit kein Licht uns liebe. Aus: dies., Die Sichel mäht die Zeit zu Heu. Gedichte 1957-1965. © S.Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1985. Mit freundlicher Genehmigung der S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main.

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Auch in diesem Frühling 2022 verhindert die Corona-Pandemie wieder einmal, dass Convivio mundi wie jedes Jahr zur Veranstaltung in das Leibnizhaus in Hannover einlädt: zu unserem traditionellen „Gastmahl der Welt“. Mit Musik und Poesie haben wir dort stets Menschen zu Gehör gebracht, die mit ihren Ideen und ihrem Wirken nie nachgelassen haben, die Unantastbarkeit und Unverletzbarkeit der Menschenrechte und Menschenwürde zu verteidigen. Menschen wie David Maria Turoldo, den in Deutschland fast unbekannten Dichterpriester aus dem italienischen Friaul. Umso dankbarer sind wir, dass Carl Wilhelm Macke, freier Journalist und Geschäftsführer des Vereins Journalisten helfen Journalisten e.V., Turoldo aus Anlass seines 30. Todestages vorstellt. Besonders danken wir auch Dr. Thomas Stauder, Privatdozent an der Universität Augsburg, dass er einer Zweitveröffentlichung seines Beitrags „David Maria Turoldo – ein ,poeta prete’ zwischen Meister Eckardt und Erich Fried“, zuerst erschienen in der Zeitschrift „Zibaldone“ im Mai 1994 im Piper Verlag, zugestimmt hat.

Die meisten kennen Dunja Hayali vermutlich als Journalistin und Moderatorin aus dem Fernsehen, z. B. aus den ZDF-heute-Nachrichten oder aus dem heute-Journal. Über diese Rolle spricht sie auch in ihrem Buch Haymatland, das 2018 im Ullstein-Verlag erschienen ist. Besonders wichtig ist ihr aber auch, zu unterstreichen, dass sie nicht nur das ist, eine öffentlich bekannte Person, sondern auch „einfach eine Frau, die stolz auf ihre Eltern ist und dankbar und demütig für die Möglichkeiten, Freiheiten und Rechte, die mir unser Land einräumt und die mir meine Eltern ermöglicht haben“ | Geschrieben von Janina Schmiedel

„Heimisches Land, väterlich Haus, Nie mög’ ich von Euch verbannt sein, Um hilfeberaubt und ratlos, Durch die Welt zu irren, Schmachtend in kläglicher Not! In den Tod, in den Tod zu gehen wünscht’ ich, Ehe dieses Los sich an mir erfüllt; Denn der Heimat beraubt zu sein, Nenn ich der Übel größtes.“ | Beitrag von Renate Müller De Paoli

Ein winziger Stein erzeugt oft große Wellen. In diesem Fall war es die Frage des Verlegers Thedel von Wallmoden an Georges-Arthur Goldschmidt nach seinem älteren Bruder Erich. Für den heute 93-jährigen deutsch-französischen Autor war es eine „aufwühlende, bis dahin sorgfältig vermiedene Frage: vielleicht, weil man sich, alleine durch die Tatsache, dass man noch da war, lebensschuldig fühlte.“ Seine Antwort findet sich in dem 111 Seiten umfassenden kleinen Büchlein „Der versperrte Weg“, erschienen im Wallstein Verlag. | von Renate Müller De Paoli

„Love Story“ – ist der Titel des „Friedensbild des Jahres“ 2020 – Corona bedingt erst im Juli dieses Jahres vergeben. Aufgenommen hat das junge Paar der iranische Fotograf und Dokumentarfilmer Sasan Moayyedi. Es ist ein Foto, welches Fragen aufwirft, Antworten gibt, berührt und erstaunt. So wie auch die unglaubliche Lebensgeschichte von Salah Saeedpour berührt und erstaunt. Im Interview mit Convivio mundi bringt uns Lois Lammerhuber, Begründer des Global Peace Photo Awards und bekannter Reportagefotograf, nicht nur diesen beeindruckenden jungen Mann und sein Schicksal näher.

Es ist ein Blick hinter die Kulissen, den Brigitte Fassbaender, die große Opern- und Liedsängerin, Regisseurin, Intendantin und Gesangslehrerin in ihren Memoiren „Komm’ aus dem Staunen nicht heraus“ gewährt, und ein erstaunlich offener, ungeschminkter und berührender Blick in die Höhen und Tiefen eines bedeutenden Künstlerlebens. - Brigitte Fassbaender im Interview mit Convivio mundi


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