Kunst als Beziehung - Literatur | Malerei | Musik

So beginnt das wunderschöne Gedicht Die Sternseherin Lise von Matthias Claudius. Nun im Juli 2022, rund 200 Jahre später, ist die italienische Astronautin Samantha Christoforetti bei ihrem Weltraumspaziergang als erste Frau in der Menschheitsgeschichte den Sternen noch näher gekommen und für eine Zeit dem beängstigenden, rohen Treiben auf der Erde und dem Krieg in Europa entrückt.

… eben dieses Staunen: Es sei der „Anbruch einer neuen Ära“, „Überall sind Galaxien“, verkündete die NASA begeistert, nachdem die ersten bahnbrechenden, wissenschaftlichen Aufnahmen des Weltraumteleskop James Webb enthüllt wurden. Welch neue Perspektiven tun sich da auf in Zeiten, wo die Welt und die Institutionen aus den Fugen geraten und Krieg und Hungerkatastrophen das Leben auf der Erde verdunkeln. Auch Navid Kermani, der deutsch-iranische Schriftsteller und habilitierte Orientalist, versucht in seinem Buch Jeder soll von da, wo er ist, einen Schritt näher kommen – Fragen nach Gott, 2022 im Hanser Verlag erschienen, den Blick in einer Zeit, „wo sich alles um Macht, Geld, um Anerkennung dreht“, auf „etwas Höheres“ zu richten.

Auch in diesem Frühling 2022 verhindert die Corona-Pandemie wieder einmal, dass Convivio mundi wie jedes Jahr zur Veranstaltung in das Leibnizhaus in Hannover einlädt: zu unserem traditionellen „Gastmahl der Welt“. Mit Musik und Poesie haben wir dort stets Menschen zu Gehör gebracht, die mit ihren Ideen und ihrem Wirken nie nachgelassen haben, die Unantastbarkeit und Unverletzbarkeit der Menschenrechte und Menschenwürde zu verteidigen. Menschen wie David Maria Turoldo, den in Deutschland fast unbekannten Dichterpriester aus dem italienischen Friaul. Umso dankbarer sind wir, dass Carl Wilhelm Macke, freier Journalist und Geschäftsführer des Vereins Journalisten helfen Journalisten e.V., Turoldo aus Anlass seines 30. Todestages vorstellt. Besonders danken wir auch Dr. Thomas Stauder, Privatdozent an der Universität Augsburg, dass er einer Zweitveröffentlichung seines Beitrags „David Maria Turoldo – ein ,poeta prete’ zwischen Meister Eckardt und Erich Fried“, zuerst erschienen in der Zeitschrift „Zibaldone“ im Mai 1994 im Piper Verlag, zugestimmt hat.

Die meisten kennen Dunja Hayali vermutlich als Journalistin und Moderatorin aus dem Fernsehen, z. B. aus den ZDF-heute-Nachrichten oder aus dem heute-Journal. Über diese Rolle spricht sie auch in ihrem Buch Haymatland, das 2018 im Ullstein-Verlag erschienen ist. Besonders wichtig ist ihr aber auch, zu unterstreichen, dass sie nicht nur das ist, eine öffentlich bekannte Person, sondern auch „einfach eine Frau, die stolz auf ihre Eltern ist und dankbar und demütig für die Möglichkeiten, Freiheiten und Rechte, die mir unser Land einräumt und die mir meine Eltern ermöglicht haben“ | Geschrieben von Janina Schmiedel

„Heimisches Land, väterlich Haus, Nie mög’ ich von Euch verbannt sein, Um hilfeberaubt und ratlos, Durch die Welt zu irren, Schmachtend in kläglicher Not! In den Tod, in den Tod zu gehen wünscht’ ich, Ehe dieses Los sich an mir erfüllt; Denn der Heimat beraubt zu sein, Nenn ich der Übel größtes.“ | Beitrag von Renate Müller De Paoli

Ein winziger Stein erzeugt oft große Wellen. In diesem Fall war es die Frage des Verlegers Thedel von Wallmoden an Georges-Arthur Goldschmidt nach seinem älteren Bruder Erich. Für den heute 93-jährigen deutsch-französischen Autor war es eine „aufwühlende, bis dahin sorgfältig vermiedene Frage: vielleicht, weil man sich, alleine durch die Tatsache, dass man noch da war, lebensschuldig fühlte.“ Seine Antwort findet sich in dem 111 Seiten umfassenden kleinen Büchlein „Der versperrte Weg“, erschienen im Wallstein Verlag. | von Renate Müller De Paoli


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