Wirtschaft | Wissenschaft

Kenner und Verehrer von Gottfried Wilhelm Leibniz haben 2021 mit großer Bewunderung seinen 375. Geburtstag gefeiert. Doch welche Bedeutung hat das Werk dieses Universalgelehrten über das akademische Interesse hinaus? Kann uns Leibniz auch heute noch in unserer krisengeschüttelten, komplexen und global vernetzten Welt Antworten geben? Prof. Wenchao Li, Leiter der Leibniz-Edition Potsdam der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, erklärt im Interview: „Gerade weil wir in einer Welt leben, in der die Menschenwürde und Menschenrechte durch Armut, Hunger und Kriege bedroht und mit Füßen getreten werden, lohnt es sich umso mehr, sich mit Leibniz zu beschäftigen und sich auf sein Erbe und Vermächtnis zu besinnen.“

Seit über 30 Jahren forscht und kämpft der Ernährungsmediziner Prof. Dr. med. Hans Konrad Biesalski gegen den „verborgenen Hunger“, den Mangel an Mikronährstoffen in der Ernährung. Verstärkt breitet sich dieser Teufelskreis auch in reichen Ländern Europas wie Deutschland aus. Gegenüber Convivio mundi berichtet er über die Folgen für die körperliche und kognitive Entwicklung eines Kindes und fordert Entscheidungen von der Politik: „Für 4€/Tag lässt sich ein Kind nicht gesund ernähren! Der wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat in seinem Gutachten daher gefordert, dass Kita und Schulverpflegung nach den Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für alle Kinder kostenlos sein sollte. […] Das hat sich während der Coronakrise ganz besonders gezeigt. Die Kinder sind nicht nur durch psycho-soziale Probleme beeinträchtigt, sondern auch durch eine zunehmende Mangelernährung!“

Es ist eine bewegende Reise, zu der Albrecht Schöne, die graue Eminenz der Nachkriegsgermanistik, in seinem Lebensbericht mit dem bescheidenen Titel „Erinnerungen“ einlädt. 2020 im Wallstein Verlag erschienen. Eigentlich waren die Erinnerungen nur für die Enkelkinder gedacht, doch Thedel v. Wallmoden, sein ehemaliger Student und Gründer des WallsteinVerlags, konnte ihn zu einer Veröffentlichung bewegen. Im Zeitraffer erlebt der Leser detail- und facettenreich ein Jahrhundert lebendige Geschichte. | von Renate Müller De Paoli

„Die Online-Werbeplattformen haben ganze Arbeit geleistet, sie emotionalisieren die Menschen. Dagegen müssen wir Resilienz aufbauen …" fordert Yvonne Hofstetter, Juristin und Professorin für Digitalisierung und Gesellschaft am Zentrum für Ethik und Verantwortung der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, „Emotionen sind keine gute Grundlage für Friedenspolitik. Sie spalten die Gesellschaft.“
In ihrem neuesten Buch „Der unsichtbare Krieg“ legt die KI-Expertin fakten- und detailreich dar, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz den „Umbau der Gesellschaft in einen sozialen Megacomputer“ vorantreiben und „digitale Waffen“ das Weltgeschehen unberechenbar machen. In dieser Gefahrenlage beklagt sie gegenüber Convivio mundi insbesondere, dass Europa seit den Neunzigerjahren „Schlüsseltechnologien der Digitalisierung verloren oder vorsätzlich aufgegeben“ hat.

Während in Deutschland heftig um Berechtigung und Einführung der Grundrente gestritten wurde, erschienen im Suhrkamp Verlag 2019 Grundlagentexte zum „Bedingungslosen Grundeinkommen“. In einem großen historischen Bogen zeigt die Auswahl der Texte, wie die Idee über Jahrhunderte gewachsen ist. Doch liegt in diesem Konzept auch ein Ansatz für die heutige Zeit? Oder ist das bedingungslose Grundeinkommen nur eine schöne Utopie? Renate Müller De Paoli hat bei Mitherausgeber Professor Birger Priddat, Seniorprofessor für Wirtschaft und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke, nachgefragt.


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